Kriegsgefangene der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Bestimmungen des Kriegsvölkerrechts und Praxis der deutschen Kriegsgefangenenpolitik

 

Mit dem Überfall auf Polen entfesselte Deutschland im September 1939 den Zweiten Weltkrieg. Die zunächst anscheinend unaufhaltsam vorrückende Wehrmacht nahm bis zur Kriegswende in Stalingrad Anfang 1943 Millionen von Kombattanten gefangen; so mussten beispielsweise rund 400.000 polnische Soldaten, 1,9 Millionen Franzosen sowie mehr als 5,5 Millionen Soldaten der Roten Armee den Gang in deutsche Gefangenschaft antreten. Von den sowjetischen Kriegsgefangenen in deutscher Hand kamen zwischen 2,5 und 3,3 Millionen ums Leben. Dieses Massensterben lässt sich freilich nicht mit den „normalen“ Notständen während des Krieges erklären.

In seinem Vortrag wird der Historiker Dr. Jörg Osterloh einen Überblick über die Kriegsgefangenenpolitik der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg geben. Dabei wird die Genese der völkerrechtlichen Rahmenbedingungen ebenso beleuchtet wie die Frage, inwieweit völkerrechtliche Vorschriften beachtet wurden. Hierbei gilt das Hauptaugenmerk den sowjetischen Kriegsgefangenen und den Gefangeneneinrichtungen, in denen die Wehrmacht diese im Reichsgebiet unterbrachte.

Dr. Jörg Osterloh ist Geschichts- und Politikwissenschaftler. Nach seiner Promotion 2004 an der TU Dresden arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Bochum und Jena. Seit 2008 ist Jörg Osterloh am Fritz Bauer Institut in Frankfurt am Main tätig.

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