Das Land Hessen führt jährlich gemeinsam mit verschiedenen Wirtschaftsunternehmen, Verbänden und weiteren Partnern den Landeswettbewerb „Ab in die Mitte! Die Innenstadt-Offensive Hessen“ zur Stärkung und Vitalisierung der hessischen Innenstädte durch. Der Wettbewerb richtet sich an alle Kommunen und an private Initiativen (z.B. Vereine, Verbände, Bürgerinnen und Bürger in Hessen).

Für die Landessieger gewährt das Land Hessen Zuwendungen für die Umsetzung von Konzepten zur Stärkung von Innenstädten, Stadtteil- und Ortszentren.thumb Ab in die Mitte Logo 2019

Leitthema 2019: Unsere Mischung macht´s!

Gefragt wird in diesem Jahr nach guten Beispielen zum Thema „Unsere Mischung macht’s!“. Was gehört in Ihre Stadt, in der sich die Menschen wohlfühlen? Was braucht es für Zutaten?

Positive Impulse für die Innenstadt sind zu realisieren, die ein örtliches Team im Rahmen von Veranstaltungskonzepten entwickelt.

Bewerbungsschluss ist der 6. Februar 2019. Eine Jury bewertet im Anschluss die ein-gereichten Ideen und Veranstaltungskonzepte und trifft eine Auswahl von Projekten im April 2019, die eine finanzielle Unterstützung erhalten sollen. Der Förderzeitraum ist von Mai bis Oktober 2019.

Idee und Ziel

Ein Cocktail aus unterschiedlichsten Motiven und Veranstaltungen ist die Grundlage für unser Projekt „Schwalmstadt mischt mit!“ Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Jedes Projekt trägt zum Aufmischen bzw. zur Belebung der Innenstadt und damit zur Verbesserung der Ist-Situation auf ganz unterschiedliche Art und Weise bei.

Wie bei jedem guten Cocktail entscheiden das Zusammenspiel von Rezept, Zutaten, Mischung und die originelle Art des Servierens über das besondere Aha-Erlebnis.

Bei unserem Rezept setzen wir auf eine Mischung aus Handel- und Dienstleistung, lokalen Akt-euren, Kunst, Kultur(en), Natur und praktische Lebenshilfe. Diese über das Jahr und die Stadt verteilt ergeben den Mix für unsere Aha-Erlebnisse.

Unser Projekt „Schwalmstadt mischt mit!“ dient der Stärkung des Netzwerkes, des Zusammen-halts, des Gemeinschaftsgefühls und der Erhöhung des Austauschs, also der Kommunikation. Dabei entstehen soziale Ebenen und Verflechtungen, welche zu einer positiven Grundstimmung in Schwalmstadt führen und das Miteinander in den Vordergrund rücken. Sind es doch die vielen sozialen Verbindungen auf dem Land, die vom Großstadtflair unterscheiden, welches häufig mit einer gewissen Anonymität verbunden ist. Wir mischen auf und tun gleichzeitig was für unser Image.

Gesamtstrategie und konzeptionelle Einbindung

berblick Schwalmstadt mischt mit 2019

Am Beginn unserer Überlegungen stand die Intention, die Lebens- und Aufenthaltsqualität in Schwalmstadt zu verbessern und Veranstaltungen zu entwickeln, welche die Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger sowie der Innenstadtakteure mit der eigenen Heimat fördern. Weiterhin wird mit dem Projekt „Schwalmstadt mischt mit!“ das Ziel verfolgt, die Abwanderung von jungen Menschen als Reaktion auf mangelnde Einkaufs-, Freizeit- und Beschäftigungsmöglichkeiten abzumildern. Denn die Abwanderung stellt eine Abwärtsspirale dar, die negative Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft hat.

Aufgrund der geschilderten Tendenzen, von denen Schwalmstadt betroffen ist, ergaben sich mehrere Themenfelder, die für die Attraktivität der Stadt im ländlichen Raum relevant sind. Zum einen gehört zu einer lebenswerten Stadt ein intaktes Gemeinschaftsleben. Zum anderen sind die Aufenthaltsqualität auf dem Land und die Identifizierung mit der Region, gerade bei der durchschnittlichen bis jüngeren Bevölkerung, die für die Stadt wegen ihrer Dynamik und Zukunftsgewandtheit besonders wertvoll ist, entscheidend. „Schwalmstadt mischt mit!“ soll hier wirkungsvoll ansetzen.

Schwalmstadt bietet vielen Nationen ein Zuhause. Diese Nachbarschaft aus über 85 Nationen funktioniert in Schwalmstadt überwiegend gut. Erfreulicherweise sind die Schwalmstädter sehr tolerant, was den Umgang und die Akzeptanz von Ausländern oder Zugereisten betrifft. Akzeptanz und Toleranz sind jedoch nicht immer und bei allen selbstverständlich. Jedes Land hat auch seine eigene Kultur. Zwar sind die Unterschiede nicht immer gravierend, aber es gibt Unterschiede. Ein wichtiger Baustein im friedvollen und freundlichen Zusammenleben ist die Akzeptanz und der Respekt vor den Menschen und deren Kultur. Unser Projekt „Schwalmstadts internationale Mischung“ bietet den passenden Rahmen, um sich kennen- und schätzen zu lernen.

„Schwalmstadts blumige Mischung“ und das im wahrsten Sinne des Wortes. Hier haben wir das Motto des Wettbewerbs mal ganz wörtlich genommen und eine Aktion ins Leben gerufen, die zur Verbesserung des Nahrungsangebots der (Wild-)Bienen beitragen soll. Blumenwiesen werden immer beliebter. Die vielen Blütenarten leuchten auf dem Rasen wie Farbtupfen im Garten. Zahlreiche Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und andere Insekten tummeln sich im bunten Blütenmeer und finden dort Nahrung und einen Lebensraum. Auch viele Kleintiere und Vögel verstecken sich gerne zwischen den hohen Gräsern. Praktischerweise sind die bunten Blumenweisen leichter zu pflegen, als der klassisch grüne Rasen. Für unser Projekt starten wir im Ende Februar 2019 (Aussaat zwischen März und Mai) einen Aufruf an alle Grundstückseigentümer eine Blumenwiese auf ihrem Grundstück anzulegen. Der dazu benötigte Blumensamen wird kostenlos von der Stadt Schwalmstadt bereitgestellt (50g = reicht für bis zu 10 m²). Die Teilnehmer können ein Foto der neuen Blumenwiese an die Stadt Schwalmstadt (Einsendeschluss 31.08.2019) senden und nehmen damit an einem Wettbewerb teil. Die schönsten Bilder/Wiesen werden mit einem Sachpreis belohnt.

Der eCommerce hat die Rahmenbedienungen des Einzelhandels in den letzten Jahren rasant und massiv verändert und das Einkaufen von Zeit und Raum entkoppelt. Rückläufige Frequenzen im Einzelhandel zeigen in der Folge, dass man gute Argumente benötigt, um den Kunden davon zu überzeugen, überhaupt noch zur Ware zu kommen. Unser Projekt „Schwalmstadts vielARTige Mischung“ will die Position des stationären Einzelhandels unserer Stadt verbessern. Die Stadt bietet im Gegensatz zum Onlinehandel Raum für Erlebnisse. Gerade hier ist es die Mischung, die letztendlich die Attraktivität einer Innenstadt ausmacht. Diesen Raum gilt es zu inszenieren und ins rechte Licht zu rücken. Wir machen die Flächen des Einzelhandels und des Dienstleistungssektors in ihrer VielARTigkeit verteilt über die gesamte Stadt zu einem Raum für attraktive Ausstellungen und:

  • liefern damit ein zusätzliches Motiv für einen Besuch Schwalmstadts,
  • bieten ein zusätzliches wertiges überregionales kulturelles Angebot,
  • bleiben im Gespräch.

Die Ausstellung LEONARDO DA VINCIS MASCHINEN stellt dabei das gemeinsame Thema und das verbindende Element dar.

Mit rund 40 Exponaten lässt die Ausstellung die Visionen des Universalgenies lebendig werden. Maschinen und Maschinenelemente, die Leonardo erfunden, erweitert oder verbessert hat, werden in Form von Großmodellen aus Holz gezeigt. Der überwiegende Teil der Modelle ist interaktiv gestaltet und darf angefasst und ausprobiert werden.

Diese Ausstellung ist der Auftakt für künftig weitere Projekte dieser ART. Wir wollen das Thema „Kunst im öffentlichen Raum“ in Schwalmstadt etablieren.

Unter dem Projekttitel „Schwalmstadts nachhaltige Mischung“ beteiligt sich der WERKRAUM mit dem „Tag des Reparierens und der Nachhaltigkeit“ an unserem Veranstaltungscocktail. Bereits im Januar wurde das Repair-Café ins Leben gerufen, das von da an einmal im Monat in den Räumen des WERKRAUMS stattfindet.

Indem sie Werbung fürs Reparieren machen, möchten die Ehrenamtlichen des WERKRAUMES zur Reduzierung des Müllbergs beitragen. In Deutschland werfen wir unfassbar viel weg. Auch Gegenstände, denen fast nichts fehlt und die nach einer einfachen Reparatur wieder ordentlich zu gebrauchen wären. Leider steckt das Reparieren vielen Menschen nicht mehr im System. Mit dem Repair-Café wollen wir das ändern. Das Repair-Café ist auch dazu gedacht, Menschen in der Nachbarschaft auf neue Art und Weise wieder miteinander in Kontakt zu bringen, sodass sie entdecken, wie viel Wissen und praktische Fähigkeiten eigentlich vorhanden sind. Zusammen etwas reparieren kann zu ganz tollen Kontakten in der Nachbarschaft führen. Eine Reparatur spart auch Geld und kostbare Grundstoffe ein und trägt zudem zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes bei. Mit dem Tag des Reparierens und der Nachhaltigkeit wollen die Ehrenamtlichen nochmals konkret Werbung für das Angebot machen, an verschiedenen Stationen selbst dazu ermutigen sich handwerklich zu betätigen, über weitere Projekte aus dem Umweltschutz/der Nachhaltigkeit informieren und viele Menschen kreativ zusammenbringen.

Hinter dem Projekttitel „Schwalmstadts erfahrene Mischung“ verbirgt sich ein Vortrag zum Thema „Glücklich und entspannt durch die Wechseljahre“. Wechseljahre sind manchmal schweißtreibend. Aber nicht nur. Sie sind auch Zeit für Aufbruch und Neuorientierung mit viel Lebenserfahrung im Gepäck. Ein besonderes Seminar möchte Frauen zu einem wertschätzenden Umgang mit sich selbst ermutigen und Anregungen geben, das Gleichgewicht in der Lebensmitte zu finden.

Dieser Vortrag bildet den Auftakt zu einer Reihe weiterer Vorträge für Frauen in der Lebensmitte, die von der Stadt Schwalmstadt und dem Frauenbüro des Schwalm-Eder-Kreises organisiert werden.

Unser Projekt „Schwalmstadts bunte Mischung“ richtet sich gezielt an Jugendliche, die aktiv den Gestaltungsprozess mitbestimmen und gemeinsam mit unserer Jugendpflege und örtlichen Künstlern umsetzen. Im Ergebnis sollen sie stolz auf das sein, was sie geleistet haben und in ihrem Umfeld darüber berichten. Das Projekt soll dazu beitragen, dass sich Jugendliche mit ihrer Stadt identifizieren und dient dabei gleichzeitig der Verschönerung des Ortsbildes.

In direkter Umgebung Schwalmstadts existieren große Flächen von Landschafts- und Naturschutzgebieten, allerdings waren bisher innerstädtisch wenig öffentliche Grün- und Aufenthaltsflächen vorhanden bzw. wurden diese an ihren Verknüpfungspunkten mit der Stadt nicht ausreichend in das Stadtgefüge integriert. Dem Mangel an öffentlichen Aufenthaltsorten und Treffpunkten wurde im Rahmen des Stadtumbaus bereits entgegengewirkt. Unser Projekt „Schwalmstadt mischt mit!“ hat u.a. die Belebung dieser zum Teil neu gestalteten Plätze zum Ziel. Die Totenkirche in Treysa ist eine Kirchenruine und gilt als ein Wahrzeichen. Das imposante Bauwerk aus dem 12./13. Jahrhundert wurde nach Feststellung umfangreicher Bauschäden grundlegend saniert. Seit Abschluss der Restauration wird das Gelände der Totenkirche wieder für verschiedenste Aktivitäten örtlicher Akteure genutzt. Es bietet die ideale Kulisse für unser Projekt „Schwalmstadts leckere Mischung“.

Die Umgestaltung des Kirchplatzes in Treysa, eine der letzten geförderten Maßnahmen im Programm Stadtsanierung, bietet nun neue Perspektiven zur Innenstadtbelebung. Ziel war es, den Kirchplatz stärker in Beziehung zur Stadt zu setzen. Der Blick in die umgebende Landschaft wurde geöffnet und durch einen Balkon auf der Stadtmauer hervorgehoben. Das Pflaster aus den Straßen Treysas wurde für die Barrierefreiheit aufbereitet. Er ist einer der ältesten Orte in der Oberstadt. Der dort angelegte Bouleplatz ist der Veranstaltungsort unseres Projektes „Schwalmstadts spielerische Mischung“.

Zu Beginn eines jeden Jahres steht der Wunsch nach einer gesünderen und aktiveren Lebensweise ganz oben auf der Liste der guten Vorsätze vieler Menschen. Hier möchten wir ansetzten und die Besucher beim Frühlingsmarkt auf das große Spektrum an in Schwalmstadt vorhandenen Möglichkeiten in den Bereichen Gesundheit, Sport, Wellness, Fitness, Wohlergehen usw. aufmerksam machen. Denn Schwalmstadt hat auch auf diesem Gebiet viel zu bieten. Wir möchten daher dem Frühlingsmarkt mit dem Projekt „Schwalmstadts gesunde Mischung“ ein zusätzliches Motto geben, um auf das vorhandene Angebot besonders aufmerksam zu machen. Das gilt für die professionellen Fitnessstudios und Gesundheits-Dienstleister aller Art genauso wie für die ehrenamtlichen Vereine und Institutionen. Dieses zusätzliche Angebot/Projekt zum Frühlingsmarkt soll auf verschiedene Stationen verteilt werden und eignet sich daher zudem in idealer Weise, um die Einkaufsstraßen mit den Geschäften am Stadtrand der beiden Stadtteile Treysa und Ziegenhain zu verbinden. Eine große Bandbreite von Mitmach-Aktionen und Angeboten sind bei diesem Projekt als „gesunde Mischung“ geplant.

Das Projekt „Schwalmstadts informative Mischung“ fällt auf den ersten Blick etwas aus dem Rahmen. Trotzdem oder gerade deswegen rundet es unsere Mischung ab. Ein digitales Branchenbuch & Infosystem soll auf den ersten Blick über alle sozialen und wirtschaftlichen Aspekte hinaus das gesamte Leistungsspektrum unseres städtischen „Ökosystems“ veranschaulichen. Ziel ist die Stärkung des Netzwerkes nach Innen und nach Außen. Eine geräteunabhängige Web-App-Lösung vermeidet ein umständliches Installieren einer sonst üblichen Stadt-App und bildet dabei mit einer intuitiven Menüführung und einer kohärenten Darstellung aller Gewerbetreibender und Freiberufler sowie aller öffentlichen Einrichtungen, Vereine und Institutionen (Abfall-Annahmestelle, Bahnhof, Schulen, Sportstätten, Spielplätze etc.) die Basis des Infosystems. Den unterschiedlichen Akteuren in unserer Stadt steht damit ein gut vernetztes & vernetzendes, übersichtliches, einfach zu bedienendes Kommunikations- und  Marketinginstrument zur Verfügung.

Lokale Kooperationen und Partnerschaften

Für das Projekt unter dem Titel „Schwalmstadt mischt mit!“ wird auf etablierte Strukturen zurückgegriffen. Es ist erfolgreich gelungen, eine Reihe von Personen und Vereinen in die Ideenentwicklung und Konzepterstellung einzubinden. Neben einigen neuen Akteuren sind auch Organisationen dabei, die sich bereits an der Innenstadt-Offensive in 2015 für den Standort Schwalmstadt engagiert haben.

Am Entwicklungs- und Umsetzungsprozess für das Gesamtprojekt sind

  • der Fachbereich Wirtschafts- und Tourismusförderung, Stadtmarketing der Stadtverwaltung,
  • der Gewerbe- und Tourismusverein G.u.T. Schwalmstadt e.V.,
  • der WERKRAUM – Kirchenkreis Ziegenhain,
  • das Altstadthotel und die Altstadtfreunde Treysa e.V.
  • das Frauenbüro des Schwalm-Eder-Kreises,
  • die Jugendpflege der Stadt Schwalmstadt,
  • der Arbeitskreis für Toleranz und Menschenwürde,
  • die Pepperland Group e.V.,
  • der Kulturverein Schwalmstadt – Kultur vor Ort e.V.,

und private Akteure beteiligt.

Die Planung und Koordination sowie die redaktionelle Betreuung zur Bekanntmachung des Gesamtprojekts „Schwalmstadt mischt mit!“ übernimmt der Fachbereich Wirtschafts- und Tourismusförderung, Stadtmarketing der Stadtverwaltung, Bürgermeister, Magistrat und Stadtverordnetenversammlung werden die Innenstadt-Offensive institutionell und administrativ unterstützen.